NFC Championship: Green Bay @ Atlanta

Die Atlanta Falcons und die Green Bay Packers konnten in der Divisional Round turbulente Siege einfahren und treffen deshalb am Sonntag um 21:05 (Pro7 MAXX) im Georgia Dome aufeinander. Beide Teams werden von unfassbar starken Quarterbacks angeführt, zeigen aber Schwächen in der Defense – die Vorzeichen deuten also auf ein wahres Offensiv-Spektakel! Wer wird sich durchsetzen und die NFC im Super Bowl 51 vertreten?

Header_GB_ATL.jpg

Green Bay Packers

Aaron Rodgers ist einfach nicht von dieser Welt! Manche wussten das schon länger, andere (z.B. Cowboys-Fans) durften es am Sonntag Abend schmerzlich am eigenen Leib erfahren. Mit einem unfassbar abgezockten 35-Sekunden-Drive zum Ende des letzten Viertels und einem anschließenden 51-Yard-Field-Goald von Mason Crosby konnten die Packers mit 34:31 als Sieger vom Feld gehen. Das Rodgers in dieser kurzen Zeitspanne auch noch für einen Raumverlust von -10 Yard gesacked wurde, macht es umso eindrucksvoller.

Insgesamt erwischte Rodgers einen ausgezeichneten Tag – 28 von 43 Pässen, 8.3 Yards pro Versuch, 2 Touchdowns und eine Interception reichten letztendlich für 356 Yards Raumgewinn gegen eine der schlechtesten Passverteidigungen der Liga (260 Yards per Game, Platz 26). Laut DVOA (www.footballoutsiders.com) liegt die Passing Defense der Falcons im Gesamtvergleich sogar noch einen Rang hinter den Cowboys.

Trotz der Verletzung seines Lieblings-Receivers Jordy Nelson, konnte der Quarterback der Packers ein vielseitiges Passspiel an den Tag legen. Gleich vier Receiver konnten mehr als fünf Bälle fangen und der Secondary der Cowboys das Leben schwer machen. Hier könnte auch gegen die Falcons ein Schlüssel zum Erfolg liegen. In der Regular Season konnten sie zwar die ersten beiden Wide Receiver äußerst gut verteidigen (61.3 Yards per Game/Platz 9 + 58.8 Yards per Game/Platz 10), gegen einen dritten Wide Receiver belegten die Männer aus Georgia jedoch nur den 29. Platz (DVOA). Es ist zwar äußerst fraglich ob Nelson rechtzeitig fit wird, sollte er Spielen, könnte es sich aber als absoluter Albtraum für die Falcons herausstellen.

header_gb_stats

Auch in der Red Zone zeigten sich die Packers extrem effizient, jeder der drei Ausflüge hinter die 20-Yard-Linie der Cowboys konnte mit einem Touchdown beendet werden! Die Falcons dürften gewarnt sein, denn in der Regular Season mussten sie bei 70.69 % der Red Zone Drives einen Touchdown hinnehmen. Das ist ein unfassbar schlechter wert und reicht gerade mal für Platz 31.

Gewohnt anfällig zeigte sich jedoch die ersatzgeschwächte Defense der Packers. Gerade die Secondary musste gegen die Cowboys erneut Federn lassen und 291 Passing Yards hinnehmen. Da zwischen Rookie Dak Prescott (302.0 YPG, QB-Rating 103.2) und MVP-Kandidaten Matt Ryan (338.0 YPG, QB-Rating 125.7) letztendlich doch noch ein paar Stufen liegen, dürfte die Passing-Defense auch in diesem Spiel die Achillesferse der Packers sein.

Doch auch die Rushing-Defense bekommt es mit einem der besten Running-Back-Duos der Liga zu tun. Devonta Freeman (1079 Yards, 4.8 Yards pro Lauf) und Tevin Coleman (520 Yards, 4.4 Yards pro Lauf) sind für die Vielseitigkeit der Falcons-Offense mitverantwortlich. Im Lauf belegt die Franchise aus Atlanta laut DVOA einen starken siebten Platz, doch die Laufverteidigung der Packers muss sich nicht verstecken (Platz 14) und dürfte bestens darauf vorbereitet sein. Die Cowboys konnten zumindest mehr als zehn Yards (138 Yards) unter ihrem Saisondurchschnitt (149.8 Yards per Game) gehalten werden.


Atlanta Falcons

„They have the fucking best offense on the planet!“ … treuen Lesern kommt dieser Satz bekannt vor – und er ist so wahr! Angeführt von Matt Ryan konnten die Seattle Seahawks in einem relativ einseitigen Spiel aus dem Weg geräumt werden. In vielen Diskussionen wird Ryan als MVP-Kandidat gehandelt, seine Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Seit Week 12 ist er mit 72.4 % Passquote (Platz 2), 9.0 Yards pro Versuch (Platz 1) und einem QB-Rating von 87.4 (Platz 1) der wohl beste Quarterback der Liga.

Gegen Seattle stand die Offense 33:19 Minuten auf dem Feld und somit fast sieben Minuten länger als die Männer von Headcoach Pete Carroll. Im Vergleich zum Saisondurchschnitt von 30:26 Minuten zeigt sich hier, worauf es auch am Sonntag ankommt – Ballbesitz! Beide Teams sind sehr dominant, solange Sie das Ei in den eigenen Reihen haben – sobald sie dem gegnerischen Quarterback gegenüber stehen, offenbaren Sie deutliche Schwächen.

Dank Offensiv-Coordinator Kyle Shanahan präsentiert sich die Offense der Falcons unfassbar ausgeglichen und schwer auszurechnen. Das Laufspiel funktioniert äußerst gut (DVOA-Rang 7) und das Passspiel ist mit Spielern wie Julio Jones, Mohamed Sanu und Taylor Gabriel kaum aufzuhalten (DVOA-Rang 2). Kaum eine Defense kann es mit so vielen gefährlichen Passempfängern und dem effizienten Laufspiel gleichzeitig aufnehmen.

Auch die Defense der Packers wird damit Schwierigkeiten bekommen, gerade in der RedZone. Mit 2.5 RedZone-Touchdowns pro Spiel belegen die Falcons einen starken 3. Platz, die Defense der Packers musste in dieser Saison hingegen bei 58.82% aller RedZone-Drives einen Touchdown hinnehmen (Platz 25). Das kommt euch bekannt vor? Kein Wunder, denn beide Teams präsentieren sich hier nahezu identisch.

header_atl_statsAuch bei den Third-Down-Conversions (Green Bay 46.38%, Atlanta 42.63%), den Points per Game in den vergangenen drei Spielen (Green Bay 34.3, Atlanta 35.7), den Opponent Yards pro Spiel (Green Bay 367.6, Atlanta 367.5) und der Opponent Third-Down-Percentage (Green Bay 41.15%, Atlanta 41.78%) liegen beide Teams auf einer Stufe. Am Sonntag treffen also zwei brandheiße Angriffsmaschinen auf zwei äußerst verwundbare Verteidigungsreihen.

Viele erwarten deshalb ein absolutes Spektakel für die Fans, viele Punkte und jede Menge Offensiv-Aktionen. Die beiden Quarterbacks stehen sich momentan in nichts nach, jeder kann sein Team zum Erfolg führen. Entscheidend wird sein, welche Defense sich konzentrierter zeigt und den Gegner zu Fehlern zwingen kann. Gerade hier präsentierten sich die Packers im Saisonverlauf etwas besser, weshalb sie wohl leicht favorisiert ins Spiel gehen. Wer letztendlich als Sieger vom Feld geht wird sich zeigen, beide Teams spielen mit  offenem Visier und wollen ganz einfach mehr Punkte als der Gegner erzielen.

Nicolas

Photo Credit: Keith Allison

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s