NFC Divisional Round: Green Bay @ Dallas

Den krönenden Abschluss der Divisional Round gibt es am Sonntag um 22:40 Uhr (SAT.1) zwischen den Super Bowl-Favoriten aus Dallas und den Green Bay Packers mit MVP-Kandidaten Aaron Rodgers. Nach dem 38:13-Sieg gegen die zweimaligen Dallas-Bezwinger aus New York fühlen sich die Packers auch für die nächste Aufgabe gerüstet. Die Cowboys hingegen, wollen ihre guten Leistungen auch in den Playoffs bestätigen können. Wir freuen uns auf ein packendes Match zweier Top-Teams!

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Dallas Cowboys

Für viele Fans und Experten sind die Dallas Cowboys ein unaufhaltsamer NFL-Juggernaut, den niemand auf dem Weg zum Super Bowl 51 stoppen kann. Andere vergleichen die Cowboys hingegen mit dem Todesstern, irgendwo muss es eine Schwachstelle geben, die alles zum einstürzen bringt. Wer oder was sind also die Dallas Cowboys der Saison 2016/17?

Als sich Tony Romo in der Preseason verletzte und 4.-Runden-Pick Dak Prescott die Rolle als Starting-Quarterback übernahm, begann in Arlington, Texas ein neues Zeitalter. Das Zeitalter des wohl erfolgreichsten Rookie-Duos aller Zeiten! Zusammen mit Running Back Ezekiel Elliott (4. Pick) mischt Prescott die Liga auf und stellt einen Rekord nach dem anderen auf. So konnte er zum Beispiel den Rekord für die meisten erfolgreichen Passversuche ohne Interception zu Beginn einer NFL-Karriere (176 Pässe) aufstellen und zog mit Ben Roethlisberger bei den meisten Siegen eines Rookie-Quarterbacks gleich (13 Siege).

Sein kongenialer Partner Ezekiel „Zeke“ Elliott konnte bei 322 Laufversuchen für 1.631 Yards laufen und sich mit über 300 Yards Abstand den ersten Platz sichern. Seine 5.1 Yards pro Lauf sind ein unfassbar guter Wert (Platz 6), 15 Touchdowns reichen für einen respektablen Platz 3 und 473 Yards after Contact sind der fünftbeste Wert aller Running Backs, die außerdem zeigen, wie schwer er zu stoppen ist.

Die Offense der Cowboys zeigte sich sehr vielseitig, egal ob im Lauf- oder Passspiel. Angeführt von Dak Prescott (3667 YDS, 23 TD, 4 INT) erzielten die Cowboys 376.7 Yards pro Spiel und beendeten die Regular Season in dieser Statistik auf Platz 5. Zwar konnte kein Passempfänger die 1000-Yard-Marke knacken, dafür gab es gleich vier Spieler, die mehr als 594 Yards erzielen konnten. Diese Vielseitigkeit machte sie gerade in der Red Zone zu einer fast unaufhaltsamen Dampfwalze – unfassbare 66.67 % ihrer Ausflüge in die Red Zone konnten die Cowboys mit einem Touchdown abschließen (Platz 3). Gegen die Green Bay Packers könnte diese Stärke ein extrem wichtiger Faktor werden, da die Packers in der Red Zone bei 59.57% aller Angriffe einen Touchdown kassieren.

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Wie im kürzlich erschienenen „Star Wars: Rogue One“ erweist sich die Suche nach den Schwachstellen des Todessterns äußerst schwierig, man muss schon lange in den Statistiken wühlen. Zwei der drei Niederlagen kassierten die Cowboys gegen die drittbeste Laufverteidigung der Liga  (New York Giants). Mit New England (Platz 3, gleichplatziert mit New York), Seattle (Platz 7) und dem kommenden Gegner aus Green Bay (Platz 8) sind noch einige schwere Brocken aus dem Weg zu räumen – eventuell gibt es sogar Aufeinandertreffen mit allen drei Teams.

Sollte Green Bay das starke Laufspiel der Cowboys (149.8 YPG, Platz 2) stoppen können, lastet mehr Druck auf Dak Prescott. Seine vier Interceptions sind zwar der zweitbeste Wert aller Starting-Quarterbacks (zusammen mit Colin Kaepernick), mit 227 Passing Yards pro Spiel belegen die Cowboys allerdings nur den 23. Platz. Es zeigt sich also eine gewisse Abhängigkeit vom Laufspiel, das den Cowboys zum Verhängnis werden könnte.

Im Laufe der Saison konnte sich die Defense immer weiter verbessern und beendete die Regular Season am Ende auf Platz 14 bei den Yards per Game (349.9 YPG), Platz 5 bei den erlaubten Punkten pro Spiel (19.1 PPG), Platz 1 bei den Rushing Yards pro Spiel (83.5 YPG) und Platz 3 bei den erlaubten Rushing Touchdowns (9, gleichplatziert mit Minnesota). Einzig die Passing Defense zeigt sich nach wie vor extrem anfällig und kassiert pro Spiel im Durchschnitt 260 Yards (Platz 26) – ein gefundenes Fressen für Aaron Rodgers?

Interessant wird auch zu sehen, wie die beiden Rookies mit dem erhöhten Druck und der riesigen Erwartungshaltung in den Playoffs zurecht kommen. Bisher zeigten sich beide jedoch äußerst bodenständig und fokusiert. Die Dallas Cowboys gehen wohl als leichter Favorit in diese Begegnung, mit dem Passspiel eines Aaron Rodgers muss die Defense aber erst einmal zurecht kommen.


Green Bay Packers

Das Wild Card Game gegen die New York Giants war am Ende deutlicher, als man es sich vor dem Spiel gewünscht hätte. Mit 38:13 konnten sich die Green Bay Packers durchsetzen und die Giants liesen auch wirklich gar nichts von ihrer gefürchteten „win ugly“-Strategie aufblitzen.

Gegen eine der gefürchtetsten Defense-Reihen der Liga hatte Packers-Quarterback Aaron Rodgers phasenweise so viel Zeit, dass er sich die Schuhe hätte binden können, ohne gesacked zu werden. Mit 331 Passing Yards konnten die Packers ihren Saison-Durchschnitt um stolze 67 Yards überbieten, auch die Zeit in Ballbesitz war mehr als drei Minuten länger als in der Regular Season – ein Punkt, der gerade gegen Dallas über Sieg oder Niederlage entscheiden kann. Die Cowboys belegen in der Ballbesitz-Statistik den dritten Platz, falls die Packers ihnen hier einige Minuten klauen können, lässt sich die gefürchtete Angriffsmaschine um Zeke und Dak womöglich stoppen.

Was gegen die Giants wieder mal traumhaft funktionierte war das Zusammenspiel von Aaron Rodgers und seinen Passempfängern. Rodgers konnte in Seelenruhe 25 seiner 40 Passversuche an den Mann bringen, 9.1 Yards pro Versuch erzielen und vier Touchdowns erwerfen. Prominentestes Ziel war Wide Receiver Randall Cobb, der mit 5 gefangenen Pässen 116 Yards und drei Touchdowns erzielen konnte, darunter auch ein spektakulärer Hail Mary kurz vor der Halbzeit. Auch Davante Adams zeigte mit 8 Pässen, 125 Yards und einem Touchdown ein bärenstarkes Spiel.

Leider verletzte sich Wide Receiver Jordy Nelson früh im Spiel und ist bis auf weiteres fraglich. Seine beiden gebrochenen Rippen könnten ihn für das Spiel gegen die Cowboys außer Gefecht setzen. Mit 14 Touchdowns ist er der erfolgreichste Wide Receiver der gesamten Saison, Aaron Rodgers würde in schmerzlich vermissen.

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Die Offense funktionierte also wieder überragend, doch auch die Schwachstellen zeigten sich wieder deutlich. Die Giants um Eli Manning und Odell Beckham Jr. konnten 295 Passing Yards erzielen – und das obwohl OBJ einen rabenschwarzen Tag erwischte. Ein ums andere Mal konnte sich der Wide Receiver äußerst gut freilaufen, nur um dann einfache Catches zu versemmeln (3 Drops, Career High). Gegen Cowboys-Receiver Dez Bryant müssen die Passverteidiger, allen voran Cornerback LaDarius Gunter, also etwas wachsamer sein und nicht nur auf das Glück vertrauen.

Auch auf Inside Line Backer Jake Ryan wird ein arbeitsreicher Tag zukommen. Er wird hauptsächlich damit beschäftigt sein die Kreise von Ezekiel Elliott einzugrenzen. Gegen die Giants konnte er starke neun Solo-Tackles erzielen, in der gesamten Saison waren es 57 – acht von ihnen mit Raumverlust für die Offense.

Wenn man die Stärken und Schwächen gegeneinander aufstellt, sind die Packers sogar leicht im Vorteil. Ihre überragende Passing-Offense trifft auf eine der schlechtesten Passverteidigungen der Liga und das starke Laufspiel der Cowboys bekommt es mit der achtbesten Laufverteidigung der Liga zu tun. Trotzdem sind die Cowboys Favorit, zum einen kommen sie mit einem Selbstvertrauen und einer Leichtigkeit in die Playoffs, die man schon lange nicht mehr gesehen hat. Zum anderen steht ein großes Fragezeichen hinter Jordy Nelson – sein (womöglicher) Ersatz Geronimo Allison zeigt zwar gute Ansätze (12 REC, 202 YDS, 2 TD), gegen die Giants wurde er aber nur zwei Mal als Anspielstation gesucht.

Wir dürfen uns auf ein äußerst spannendes Spiel freuen, in dem wahrscheinliche viele Punkte fallen werden, und beide Teams ihre Schwächen möglichst gut verstecken wollen – Stichwort Ballbesitz. Wer den Ball länger in den eigenen Reihen halten kann, hat gute Chancen das NFC Championship Game zu erreichen.

Nicolas

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