NFC Wild Card: Detroit @ Seattle

In der Nacht von Samstag auf Sonntag treffen um 02:15 Uhr (Sat.1) die Detroit Lions auf die Seattle Seahawks. Die Lions sind in ihren letzten drei Saisonspielen als Verlierer vom Feld gegangen, ihre Formkurve zeigt also stark nach unten. Ein ähnliches Schicksal erlebte in dieser Saison auch Russell Wilson, er hat eine äußerst turbulente und unkonstante Regular Season hinter sich. Beide Teams wollen sich und ihren Fans beweisen, dass mehr in ihnen steckt. Uns erwartet also ein extrem spannendes und umkämpftes Spiel im Century Link Field.

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Detroit Lions

Nach einem völlig verpatzten Start mit drei Niederlagen aus den ersten vier Spielen, konnten die Detroit Lions das Ruder herumreisen und acht der folgenden neun Partien gewinnen. Überragender Mann war dabei Quarterback Matt Stafford, der in einigen brenzligen Situationen die Nerven behielt und seinen Lions zu einigen Comebacks im vierten Quarter verhalft.

Leider zeigt die Formkurve in den letzten Wochen nach unten, die Lions verloren gegen die Playoff-Teams aus New York, Dallas und Green Bay. Stafford kämpft mit einer Fingerverletzung, die ihn nach eigener Aussage nicht beeinflusst – die Zahlen zeigen aber trotzdem, dass er im Dezember und Januar weniger Pässe an die Receiver brachte (62.3 %), als noch im Oktober (67.9 %). Außerdem unterliefen ihm in diesen beiden Monaten fünf Interceptions, so viele wie im gesamten vorherigen Saisonverlauf. Muss man sich also Sorgen um den 28-Jährigen machen?

Ein weiteres Manko in dieser Saison ist die Passverteidigung der Lions. Detroit kassierte 33 Passing-Touchdowns (Platz 31) und erlaubte den gegnerischen Quarterbacks eine Pass-Quote von 72.7 % (Platz 32) Die Pass-Rusher konnten sehr selten Druck auf den Gegner ausüben und erzielten nur 26 Sacks in dieser Saison (Platz 31) – laut Defense-Coordinator Teryl Austin hat das aber System, es sollen einfache Plays und lange Pässe vermieden werden.

“As long as that ball doesn’t go over our head and as long as we don’t give up any cheap plays, I’m all right.” – Teryl Austin

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Gegen die Seattle Seahawks könnte die schwache Passverteidigung aber zum Problem werden. Auch wenn Seahawks-Quarterback Russell Wilson eine durchwachsene Saison hinter sich hat, belegt er den 9. Platz der passgenauesten Quarterbacks der NFL-Geschichte (64.7 %) – noch vor Tom Brady, Ben Roethlisberger oder Joe Montana.

Die Hoffnungen der Fans liegen deshalb vor allem auf Devensive End Ezekiel „Ziggy“ Ansah, er wäre der Mann um Wilson unter Druck zu setzen. In der Saison 2015/16 konnte er noch bärenstarke 14.5 Sacks erzielen, in dieser Saison sind es lediglich zwei. Sollte er rechtzeitig zu den Playoffs zurück zu alter Stärke finden, könnte sich ein Spiel auf Augenhöhe entwickeln.

Angeführt von Matt Stafford, dem ehemaligen Seahawks-Wide Receiver Golden Tate (1077 YDS, 4 TD, 1 FUM) und Veteran Anaquin Boldin (584 YDS, 8 TD) besitzt Detroit die elftbeste Passing-Offense der Liga. Die Defense der Seahawks ist verletzungsbedingt geschwächt und es könnten sich Lücken für das gefährliche Passspiel der Lions ergeben.

Ein weiterer Faktor im Spiel ist Running Back Zach Zenner, der vor dem Spiel von Seahawks-Spieler Michael Bennett in höchsten Tönen gelobt wurde. Im Laufe der Saison konnte sich Zenner als Starter etablieren und zahlte dieses Vertrauen mit 334 Rushing-Yards, 196 Receiving-Yards und vier Touchdowns zurück.

Eigentlich ergibt sich für Detroit ein Matchup-Alptraum, die schlechte Passing-Defense bekommt es mit einem der Top-Quarterbacks der Liga zu tun. Gleichzeitig können sich die Lions aber auch auf ihre eigenen Stärken verlassen. Das Passspiel funktioniert gut und Matt Stafford ist einfach nur „clutch“ – sollte es eng werden, kann man sich auf ihn verlassen.


Seattle Seahawks

Die Saison der Seattle Seahawks lässt sich in einem Wort zusammenfassen: unkonstant. Mit zehn Siegen, fünf Niederlagen und einem Unentschieden konnten sie sich zwar ohne Probleme die NFC West sichern, Favoriten auf den Super Bowl 51 sind sie aber nicht mehr.

Gerade die zweite Saisonhälfte bereitete den Fans und Verantwortlichen einige schlaflose Nächte, in den letzten sechs Partien wechselten sich Siege und Niederlagen regelmäßig ab. Hinzu kamen die schweren Verletzungen von Safety Earl Thomas (Beinbruch), Wide Receiver Tyler Locket (Beinbruch) und kleinere Verletzungsprobleme bei Russell Wilson (Knie, Sprunggelenk).

Trotz all dieser Stolpersteine zeigten die Seahawks immer wieder, was sie so gefährlich macht. Mit 18.3 Punkten pro Spiel stellen sie die drittbeste Defense der Liga, bei den Total Yards (5099, Platz 5), Passing Yards per Game (225.8, Platz 8) und Rushing Yards per Game (92.9, Platz 7) sind sie immer unter den besten acht Verteidigungsreihen der Liga. Einzig die Red Zone Defense lässt Grund zur Sorge, 56.5 % der Red Zone-Angriffe konnten mit einem Touchdown abgeschlossen werden (Platz 20).

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Das Aufeinandertreffen mit Detroit könnte für die Seahawks genau zum richtigen Zeitpunkt kommen. Russell Wilson scheint seine Verletzungen auskuriert zu haben und wirkt deutlich spritziger und beweglicher als bisher. Da er von seiner Offensive-Line schon die gesamte Saison alleine gelassen wird (42 Sacks, Platz 27), muss er sich auf seine eigene Beweglichkeit verlassen können. Hinzu kommt das schwache Pass-Rushing der Lions, für Wilson dürften sich also einige Möglichkeiten ergeben, den Ball an seine Receiver zu bringen oder selbst für ein paar Yards zu laufen.

Erschreckend Schwach präsentiert sich allerdings das Running Game der Seahawks. Vor einem Jahr hatten sie noch das drittbeste Laufspiel der Liga, in dieser Saison finden sie sich mit 99.4 Yards per Game auf Platz 25 wieder. Die O-Line schafft es weder ihren Quarterback zu beschützen, noch Räume für Thomas Rawls (349 YDS, 3 TD) zu öffnen. Bester Läufer ist nach wie vor Christine Michael (469 YDS, 6 TD), der allerdings schon am 15. November entlassen wurde und seitdem für die Green Bay Packers aufläuft.

Seit der Verletzung von Earl Thomas befindet sich die Defense der Seahawks zwar nach wie vor auf einem guten Niveau, Backup-Safety Steven Terell zeigte aber immer wieder Schwächen. Hier könnte das starke Passing-Game der Lions zum Problem werden. Bei den Niederlagen gegen Green Bay (10:38) und Arizona (31:34) zeigte sich die Pass-Defense anfälliger als im Saisondurchschnitt (225.8 Yards per Game) und kassierte 237 bzw. 276 Yards.

Entscheidend für den Ausgang des Spiels wird sein, wer seine Schwächen besser verstecken kann. Detroit wird versuchen mehr Druck auf den Quarterback auszuüben, hier zeigt sich Seattle bisher sehr anfällig. Die Seahawks müssen hingegen die extrem schwache Passverteidigung der Lions ausnutzen und Wide Receiver Doug Baldwin (1128 YDS, 7 TD, 1 FUM) sowie Tight End Jimmy Graham (923 YDS, 6 TD, 2 FUM) ins Spiel bringen. Mit den lautstarken Fans im Rücken gehen die Seahawks selbstbewusst ins Spiel aber auch Detroit hat in dieser Saison oft bewiesen, dass man sie nie unterschätzen sollte.

Nicolas

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