NFL Week 16: Die Gewinner und Verlierer

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Die Gewinner:

Cleveland Browns: Es gibt Weihnachtswunder also wirklich, wir alle durften Zeuge sein! Die Cleveland Browns konnten an Heiligabend ihr erstes Saisonspiel gegen die San Diego Chargers gewinnen und feierten diesen Erfolg fast so intensiv wie den Gewinn des Super Bowls. Das Internet drehte förmlich durch und die Fans waren erleichtert, dass ihr Team nicht als zweites Team ohne einen einzigen Saisonsieg in die Geschichtsbücher eingehen wird.

Mann des Abends war der 23-jährige Running Back Isaiah Crowell, der zwar nur 54 Yards aber zwei Touchdowns erlaufen konnte. Quarterback Robert Griffin III leistete sich keine Fehler und warf für 164 Yards (17-25), musste das Feld am Ende allerdings verletzungsbedingt verlassen und droht für das Saisonfinale gegen die Pittsburgh Steelers auszufallen.

Was man den Cleveland Browns wirklich lassen muss, ist ihr Glaube an sich selbst und die Tatsache, dass sie sich nie aufgegeben haben. Die letzten Jahre der Franchise waren nicht besonders erfolgreich und auch die Zukunft sieht nicht rosig aus. Sie liefern aber in jedem Spiel einen Kampf, glauben an ihre Chance und spielen bis zur letzten Sekunde mit 110 %. Diesen Charakter zeigt nich jedes Team, das am Ende der Tabelle steht – ein Gewinn für den Sportsgeist in der NFL!

David Johnson: Gute Running Backs gibt es einige in der NFL, doch nicht viele sind so vielseitig wie David Johnson! Er ist nicht nur ein verdammt guter Running Back, er glänzt auch immer wieder als Receiver. Seine Statistiken sind überwältigend. In seinem zweiten Jahr in der NFL bringt er es im Running Game auf 1233 Yards und im Receiving-Game auf 841 Yards und erzielte 20 Touchdowns. Im Vergleich hat Ezekiel Elliott 1.631 Yards (Running), 363 Yards (Receiving) und 16 Touchdowns. Beide mussten aber auch schon 5 Fumbles verbuchen.

Beim 34:31-Sieg seiner Arizona Cardinals gegen die Seattle Seahawks glänzte Johnson mal wieder als Man of the Match, ohne ihn hätten die Cardinals diese Saison wohl noch schlechter beendet. Er lief für 95 Yards, fing vier Bälle für 41 Yards und erzielte drei Touchdowns!

Die Zukunft der Cardinals kann sich in beide Richtungen entwickeln, in der Offseason stehen einige Entscheidungen an. Auf der Position des Running Backs sind sie jedoch mit einem der fünf besten Spieler der Liga besetzt, soviel ist sicher.

Dontari Poe: Dontari, wer? Ja, genau … Dontari Poe, eigentlich Defense Tackle bei den Kansas City Chiefs, hat beim Spiel gegen die Denver Broncos Geschichte geschrieben! Er ist der schwerste Spieler der NFL, der jemals einen Touchdown-Pass geworfen hat.

Die Defense der Broncos rechnete wohl mit einem Laufspiel der Chiefs, Poe bekam den Ball, lief ein paar Schritte und stoppte ab. Sein Lob-Pass auf Demetrius Harris für 2 Yards sorgte für den 33:10 Endstand der Partie und brachte Dontari Poe auf die ganz große Bühne. Während viele Teams in dieser Saison Probleme mit ihren Quarterbacks haben, kann bei den Kansas City Chiefs sogar der Nose Tackle Touchdowns werfen. Hut ab, mit den Chiefs ist in dieser Saison wirklich zu rechnen!

Dak Prescott: Es ist das Jahr der Rookies in der NFL! Vor allem ist es das Jahr der Rookies bei den Dallas Cowboys. Mit dem Quarterback Dak Prescott und Running Back Ezekiel Elliott haben die Cowboys das gefährlichste Laufspiel der NFL in dieser Saison.

Prescott hat mit dem phänomenalen Sieg gegen die Detroit Lions (42:21) einen Rookie-Quarterback Rekord aufgestellt. Mit 13 Siegen in dieser Saison zieht er mit dem Pittsburgh Steelers Quarterback Ben Roethlisberger gleich. Sollte Prescott im letzten Spiel gegen die Eagles auflaufen, kann er sich mit einem Sieg den 1. Platz in dieser Bestenliste sichern.

Der 23-Jährige hatte maßgeblichen Anteil am Sieg der Cowboys. Er brachte 15 von 20 Pässen an den Mann, erzielte damit 212 Yards und drei Touchdowns. Seine 4 Laufversuche brachten ihm außerdem noch 35 Rushing-Yards ein. Außergewöhnlich für einen Rookie Quarterback sind nach wie vor die extrem wenigen Interceptions. Bei 451 Passversuchen stehen bei Prescott gerade mal vier Interceptions zu Buche. Ein unfassbar guter Wert!

Die Verlierer:

Carr, Mariota und Locket: Es ist das schlimmste für eine NFL Mannschaft, wenn vor den Playoffs ein Leistungsträger ausfällt. Genau das ist in Week 16 gleich drei Teams passiert.

Ganz bitter ist es für die Oakland Raiders. Nach 14 Jahren zieht Oakland wieder in die Playoffs ein, doch ihr Star-Quarterback Derek Carr verletzte sich beim Spiel gegen die Colts am Wadenbein. Er ist damit für die restliche Saison außer Gefecht und die Hoffnungen der Fans haben einen herben Dämpfer bekommen. Nun muss es Ersatzquarterback Matthew McGloin richten, ob er die passlastige Offense der Raiders tragen, kann bleibt erst einmal fraglich.

Auch für Tennesse ist die Verletzung ihres Quarterbacks Marcus Mariota ein herber Rückschlag. Er verletzte sich bei der Niederlage gegen Jacksonville am Wadenbein und musste mit ansehen, wie die Playoff-Chancen der Titans zerplatzten. Mit dem 23-Jährigen im Team waren die Titans das gefährlichste RedZone-Team der NFL – 72.34 % ihrer Drives in der RedZone konnten sie erfolgreich abschließen.

Und auch die Fans der Seahawks mussten eine schwere Verletzung beobachten. Wide Receiver Tyler Lockett verletzte sich im Spiel gegen die Cardinals so schwer, dass im Bereich des Knöchels sein Unterschenkel unnatürlich abstand. „Als ich bei ihm war, war überall Blut. Es war eine schreckliche Situation“, sagte der Quarterback Russell Wilson. Die Seahawks stehen zwar schon in den Playoffs, man wird aber sehen, ob sie den Verlust von Wide Receiver Lockett (psychisch und physisch) kompensieren können.

Wir wünschen allen verletzten Spielern eine rasche Genesung und alles Gute für die Zukunft. Kommt gesund wieder!

Tennessee Titans: Durch die 38:17-Niederlage gegen die Jacksonville Jaguars (3-12) haben sich die Titans jede Chance um den Einzug in die Playoffs verspielt. Es ist wirklich sehr bitter für Tennessee. Sie konnten aus den letzten vier Spielen immerhin drei Siege einfahren und sogar den letztjährigen Super Bowl-Sieger aus Denver schlagen.

Zu der grottenschlechten Leistung der Titans kommt die Verletzung von Quarterback Marcus Mariota dazu. Er wird mindestens vier bis fünf Monate pausieren müssen und es ist fraglich, ob er die Titans im nächsten Jahr so erfolgreich anführen kann wie bisher.

Im ganzen haben die Titans eine sehr traurige Vorstellung gegen einen absolut machbaren Gegner gezeigt. Vielleicht war es am Ende verdient, dass sie nicht in die Playoffs eingezogen sind.

New York Jets: Die Niederlage gegen die Patriots war eigentlich eine schmerzliche Zusammenfassung der gesamten Saison. Sie erzielten lediglich drei Punkte (Platz 30, Punkte pro Spiel), kassierten 41 Punkte (Platz 29, gegnerische Punkte pro Spiel) und haben vier mal den Ball durch Interceptions oder Fumbles verloren (Platz 30, Turnovers). Hinzu kam eine äußerst schwache Passing Offense mit gerade mal 128 Yards und enorme Schwächen in der Defense.

Bei den beiden Touchdowns von Running Back LeGarrette Blount machte die Abwehrreihe alles andere als einen guten Eindruck. Auch Tom Brady hatte immer wieder unfassbar viel Zeit um seine präzisen Pässe an den Mann zu bringen.

Das Schlimmste allerdings war die Körpersprache der Jets. Die Männer in Weiß und Grün liesen den Kopf hängen, zeigten kaum Kampfgeist und ergaben sich ihrem Schicksal. Die Jets mussten in dieser Saison bereits einige Klatschen einstecken (24:3 @ Kansas City, 28:3 @ Arizona oder 41:10 vs. Indianapolis). Man hatte oft das Gefühl, die Jets geben einfach auf , anstatt sich der Herausforderung zu stellen.

So ein Verhalten sieht man äußerst selten in der NFL, da Spieler und Coaches um ihren Job und ihre Zukunft in der Liga spielen. Kein Sportler verliert gerne – erst recht nicht, wenn sein Einkommen und das der Familie davon abhängt. Was man in dieser Saison von den New York Jets sehen konnte, war außergewöhnlich … leider im negativen Sinne! Es bleibt zu hoffen, dass sie im Sommer die richtigen Schlüsse daraus ziehen und endlich ein Fundament schaffen, auf dem der Erfolg wachsen kann.

Die Week 17: Der letzte Spieltag hätte episch werden können – hätte! Es hätte ein Endspiel um die AFC South zwischen Houston und Tennessee geben können. Es hätte ein Fernduell zwischen den Broncos und den Chiefs geben können. Die Falcons und die Buccaneers hätten sich aus der Ferne um Platz 1 der NFC South gestritten.

Es sollte leider nicht sein. In der AFC sind alle Playoff-Plätze vergeben, in der NFC erleben wir in der Nacht vom 1. auf den 2. Januar das Duell um den letzten verbleibenden Playoff-Platz zwischen den Green Bay Packers und den Detroit Lions (02.30 Uhr, DAZN/GamePass). Die Redskins und Buccaneers haben noch geringe Außenseiterchancen, einen eigenen Sieg vorausgesetzt.

Die restlichen Spiele? Eigentlich unwichtig, in der AFC West können sich die Chiefs noch an den Raiders vorbeischieben (Sieg der Chiefs + Niederlage der Raiders). Bei den restlichen Duellen darf man hoffen, dass sich kein Spieler mehr verletzt und wir Fans noch einmal all das sehen, was wir an diesem Sport so sehr lieben – Touchdowns, unfassbare Catches und trotzdem Spannung bis zum Ende!

Um 19.oo Uhr gibt es zum Beispiel das Aufeinandertreffen der Ewigen Rivalen aus Chicago und Minnesota, bei dem kein Team als Verlierer vom Feld gehen will. Zur selben Zeit gibt es das Duell zwischen Baltimore und Cincinnati, beide enttäuscht vom Saisonausgang, beide mit einer ordentlichen Portion Wut im Bauch – den Fans zuliebe wird auch dieses Spiel hart umkämpft sein. Und um 22.25 Uhr bestreiten die Raiders ihr erstes Spiel ohne Derek Carr, zu Gast bei den Defense-Spezialisten aus Denver. Wie werden die Raiders den Ausfall verkraften?

Die ganz großen Entscheidungen in der NFL sind schon getroffen, in Week 17 kann man sich also zurücklehnen, genießen und den Blick auf das ein oder andere Detail richten. Wir wünschen euch viel Spaß!

Max und Nicolas

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