Donald Trump – Schock oder Chance?

Seit Mittwoch ist es also amtlich, Donald Trump wird tatsächlich der 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Zu diesem Thema ist schon viel geschrieben worden, vielleicht auch zu viel. Aus den letzten Tagen wissen wir aber eigentlich nur, dass wir nichts wissen. Der Präsident Donald Trump ist für uns alle ein unbeschriebenes Blatt und wir können nur hoffen, dass er sich vom Wahlkämpfer Donald Trump unterscheidet. Bisher sorgte er leider nur mit Beleidigungen für Aufmerksamkeit, während der drei Fernsehdebatten wirkte er alles andere als präsidial.

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Aus den Nachrichten, Zeitungen, Podcasts und vor allem aus Gesprächen mit (amerikanischen) Freunden sind wir nicht unbedingt schlauer geworden. Wohin steuert Amerika, wenn Donald J. Trump am 20. Januar 2017 vereidigt wird?

Als erstes muss man sagen, dass er ein demokratisch gewählter Präsident ist. In einer Demokratie kann es immer vorkommen, dass man mit einer Realität konfrontiert wird, die einem nicht gefällt.

Viele befürchten, dass Trump elf Millionen illegale Einwanderer deportieren will, zusätzlich soll eine Mauer zu Mexiko gebaut werden und Muslime sollen nicht mehr einreisen dürfen. Wenn man diese Wahlkampfrethorik unter die Lupe nimmt, merkt man schnell, dass die Ausweisung von elf Millionen Einwanderern zu teuer ist, dass die Mauer nie gebaut wird (es wird lediglich der bestehende Grenzzaun verstärkt) und das die amerikanische Einwanderungsbehörde bereits in den 1980er Jahren Einreiseverbote für bestimmte Länder und Regionen verhängt hat (damals Haiti).

Auf den zweiten Blick merkt man jedoch schnell worauf es Donald Trump ankommt und warum er die Wahl gewinnen konnte. „Make America Great Again!“ lautet sein Motto, darauf zielte sein gesamter Wahlkampf ab. Viele Menschen fühlen sich von der Globalisierung abgehängt und hatten von bisherigen Politikern das Gefühl, dass diese sich für die Probleme der ganzen Welt interessieren, aber nicht für Infrastruktur, Jobs und  Bildung im eigenen Land.

Gerade hier wird Trump in den nächsten vier Jahren ansetzen. Die schlechte Infrastruktur ausbauen, Jobs schaffen und den Bemitleidenswerden – wie Hillary Clinton die Trump-Wähler aus den „Fly Over States“ nannte – wieder das Gefühl geben, dass Sie an erster Stelle stehen, wenn in Washington Politik gemacht wird.

Für die Vereinigten Staaten bietet sich hier eine historische Chance, das Land zu modernisieren und dafür zu sorgen, dass die Vorteile der Globalisierung auch allen zugute kommen.

Natürlich war die Wahl auch ein Schock für alle, die von Trump in den letzten 18 Monaten beleidigt wurden. Latinos, Schwarze, Schwule, Lesben, Behinderte und viele mehr.

In der ersten Rede nach seiner Wahl, kündigte er an, er wolle Präsident aller Amerikaner sein, also auch der ethnischen und sexuellen Minderheiten. Doch gerade hier muss man aufmerksam und kritisch bleiben, denn die Befürchtungen dieser Minderheiten sind berechtigt. Bisher zeigte Trump wenig Empathie und Verständnis für diejenigen, die von seinen Hasstiraden betroffen waren und seine Ausfälle könnten auch dazu führen, dass die Hemmschwelle sinkt und Gewalt gegen Minderheiten zunimmt.

Amerika war immer ein Sehnsuchtsort und wird es auch nach der Wahl bleiben. Trotzdem ist die Gesellschaft tief gespalten, tiefer als je zuvor könnte man meinen. Donald Trump ist ein Präsident, dessen Qualität man noch nicht einschätzen kann, bei dem man immer skeptisch bleiben sollte, von dem man aber auch den ein oder anderen Erfolg erwarten darf.

Letztendlich geht das Leben weiter, der Himmel ist uns noch nicht auf den Kopf gefallen! Oder wie der Journalist Keaton Fox sagt: „Es sind nur 1456 Tage bis zur Wahl 2020!“.

Max und Nicolas

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