Seattle Seahawks: Topteam oder Eintagsfliege?

Letztes Jahr noch im Super Bowl, spielen die Seattle Seahawks momentan eine ihrer durchwachsensten Seasons der letzten Jahre. Sind sie also doch nur eine Eintagsfliege? Wir haben uns die Franchise mit den „lautesten Fans der Welt“ einmal genauer angeschaut und die Stärken und Schwächen beleuchtet.

Russell Wilson in schwacher Form

Die Offense ist im Moment das größte Sorgenkind von Headcoach Pete Carroll. Das Laufspiel ist mit insgesamt 496 Yards äußerst bescheiden, das Passspiel hat sich im Vergleich zur letzten Saison sogar verbessert (bisher 1524 Yards) – und trotzdem erzielt das Team aus dem Nordwesten nur mickrige 18.5 Punkte pro Spiel.

Russell Wilson spielt seine fünfte Saison als Quarterback in der National Football League und hatte bisher immer mit leichten Formschwankungen zu kämpfen. Nach sieben Spieltagen hat er bisher nur fünf Touchdowns geworfen und steht mit seiner Offense auf Platz 22 aller NFL-Teams (336.7 Total-Yards per Game). Durch das Karriereende von Marshawn Lynch, dem Top Running Back der letzten Jahre, versuchen die Seahawks bisher vergeblich an die Ergebnisse der Vergangenheit anzuknüpfen, mit nur 3.1 yards pro Lauf ist das allerdings nicht möglich. Momentan belegen Sie damit nur Platz 27 im Laufspiel, der weitere Saisonverlauf hängt also auch von den Leistungen der beiden Running Backs Christine Michael und Thomas Rawls ab.

Rawls kämpft momentan leider mit einer Fußverletzung und auch Russel Wilson plagt sich immer wieder mit einer Knieverletzung, wird am Sonntag jedoch gegen die New Orleans Saints auflaufen können. Bis zu den Playoffs sind noch einige Spiele Zeit um das Zusammenspiel zwischen Wilson und seinen Passempfängern zu verbessern. Doug Baldwin (WR) und Jimmy Graham (TE) konnten zwar jeweils schon über 400 Receiving-Yards sammeln, erzielten aber lediglich 3 Touchdowns. Hinzu kommen 165 Receiving-Yards von Wide Receiver Tyler Lockett (0 TD), der leider wie seine Kollegen zu wenig Gefahr ausstrahlt.

Die Defense macht’s

Die Seahawks erzielen zwar äußerst wenige Punkte, die Ergebnisse stimmen aber trotzdem. Das liegt an einer seit Jahren überragenden Defense,  die bisher nur 14 Punkte pro Spiel zulässt. Das ist der Top-Wert der Liga, zusammen mit den Minnesota Vikings. Die Defense ist bärenstark besetzt und kann auf den gegnerischen Quarterback sehr großen Druck ausüben. Das sieht man an den bisher 20 Sacks nach 6 Spielen, der sie auf Platz 4 der Sack-Statistik befördert.

Das Prunkstück der Defense ist seit Jahren jedoch die „Legion of Boom“. Die Secondary der Seattle Seahawks, welche für ihre harte und sehr erfolgreiche Spielweise bekannt geworden ist, findet sich in jeder Statistik in den Top 10 wieder. Sie spielen seit Jahre konstant und zwingen jede gegnerische Offense zu Fehlern.

Unterm Strich sieht man, dass sich die Seahawks nicht von ihrer schwächelnden Offense bremsen lassen. Sie haben zwar einige enge Spiele mit nur zwei Punkten Differenz gewonnen, doch am Ende zählt der Sieg. Um aber ein Super Bowl Favorit zu sein, müssen sich die Seattle Seahawks gerade in der Offense steigern. Der Leitspruch „defense wins championships“ stimmt zwar nach wie vor, doch die Konkurrenz schläft nie.

Am Sonntag treten die Seahawks Auswärts gegen die New Orleans Saints an, eine der schlechtesten Abwehrreihen der Liga. Man darf gespannt sein, ob dieses Spiel der Wendepunkt für Russel Wilson und seine Offense wird.

Max

photo credits: Elaine Thompson/AP

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